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am 23. Juli

Mehr Waldschutz, mehr Eigenverantwortung!

Die Redaktion - Umweltsprecherin Helga Krismer und Grüne NÖ unterstützen die Initiative für mehr Schutz des Waldes und Selbstverantwortung

Der Baumbestand im Biosphärenpark Wienerwald steht stark unter Druck. Der Klimawandel führt infolge steigender Temperaturen bei abnehmender Feuchtigkeit zu stärkerem Schädlingsbefall. Leider fallen aber auch immer mehr gesunde Waldstücke Sicherungsschnitten aus Haftungsgründen zum Opfer. Mit dieser Begründung erfolgten in den letzten Jahren entlang von Straßen und Wegen zunehmend großflächige Schlägerungen - nach dem Motto: ‚ohne Baum kein Risiko‘. Dabei wäre gerade in geschützten Wäldern und Naherholungsgebieten ein besonders schonungsvoller Umgang mit dem Baumbestand geboten, von der Wichtigkeit der Wälder in Zeiten des Klimawandels ganz zu schweigen. Die aktuelle Vorgehensweise schädigt wertvolle Ökosysteme und bedroht letztendlich auch den Biosphärenpark selbst.


So melden sich am Wald Interessierte (Organisationen, Gebietskörperschaften, Einzelpersonen) immer lautstärker zu Wort und verurteilen die offensichtlichen rechtlichen Unsicherheiten im Haftungsbereich, die zu den „unerklärbaren" Schlägerungen im Wald geführt haben (s. ‚Österreichische Baumkonvention‘ oder das ‚Waldforum‘). In der Öffentlichkeit stärker angesprochen wurde das Thema im Frühjahr 2020, weil während der Corona-Krise mehr Menschen den Wald als Erholungsgebiet aufsuchten und daher die Schlägerungen stärker wahrgenommen wurden.


Diese unzufriedenstellende Situation hat VertreterInnen der Grünen Gruppen im Wienerwald zusammengeführt und Überlegungen gestärkt, auch in Form einer öffentlichen Petition eine Änderung der Gesetzeslage zu fordern, wobei diese gemeindeübergreifende Initiative nicht als Konkurrenz zu den vielen Anläufen anderer Organisationen zu sehen ist, sondern als Ergänzung.


Gefordert wird, die Haftung für waldtypische Gefahren aus dem Naturraum Wald zu verbannen. Angesichts überschießender Schlägerungen aus Haftungsgründen, kann ein besserer Schutz unserer Wälder nur dann gewährleistet werden, wenn - wie beispielsweise in Deutschland - das Betreten des Waldes grundsätzlich auf eigene Gefahr erfolgt.
Landes- und Umweltsprecherin der Grünen NÖ Helga Krismer appeliert: „BürgerInnen und Gemeinden drängen auf mehr Schutz für den Wald und wieder mehr Selbstverantwortung. Deshalb werbt bitte für diese gute Initiative aus dem Wienerwald bei Euren BürgerInnen und Gemeinden.“

​Die Forderungen der Petition sind daher:
  • die Abschaffung der Haftung für waldtypische Gefahren
  • einen stärkeren Waldschutz, insbesondere in Naherholungsgebieten

Adressatinnen der Petition sind Frau Bundesministerin für Justiz, Dr. Alma Zadić und Frau Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Elisabeth Köstinger, die Haftungsregelungen im Wald im Interesse des Baumschutzes zu ändern und die Eigenverantwortung der Menschen als NutzerInnen des Waldes in den Vordergrund zu rücken.
Getragen wird die Petition von den Grünen Gruppen zwischen Klosterneuburg und Bad Vöslau, von den Bezirken Tulln, St. Pölten Land, Mödling und Baden sowie von den Bezirken Wiens am Abhang des Wienerwalds. 

Alles Wesentliche zu dem Thema wurde auf der Website https://www.wir-fuer-den-wald.at/ zusammengestellt.Die Petition wurde schon freigeschaltet und kann bis Anfang November unter https://www.openpetition.eu/at/petition/online/petition-zum-waldschutz unterzeichnet werden.​