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am 14. April 2014

Mehr Transparenz bei verarbeiteten Eiern gefordert

Die Redaktion - Ökosoziales Forum, ZAG und VIER PFOTEN fordern mehr Transparenz bei verarbeiteten Eiern. Kennzeichnung muss im LMSVG verankert sein – Kennzeichnungspflicht gilt aktuell nur für Frischeier

Bei Frischeiern ist die Herkunftskennzeichnung mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Nicht so bei verarbeiteten Eiern. Bei Produkten, die Eier beinhalten – wie beispielsweise Nudeln, Mayonnaise oder Mehlspeisen –, kann man nicht mehr nachvollziehen, woher die verwendeten Eier stammen. Ein Großteil dieser Eier stammt nach wie vor aus Käfighaltung. Das Ökosoziale Forum, die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) und VIER PFOTEN fordern eine lückenlose Kennzeichnung auch bei verarbeiteten Eiern. Rückenwind erhalten sie von politischer Seite. ÖVP, SPÖ und die Grünen unterstützen das Vorhaben.

„Die österreichische Landwirtschaft produziert nach höchsten Umwelt- und Tierschutzstandards. Billigimporte aus Drittstaaten wie zum Beispiel Eier aus Käfighaltung gefährden unsere bäuerliche Landwirtschaft und sind nicht im Sinne der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten. Das hohe Produktions- und Tierschutzniveau in Österreich darf nicht untergraben werden. Die strengen Tierschutzgesetze, die wir in Österreich haben, haben letztendlich zu diesem hohen Produktionsniveau beigetragen. Nur eine transparente Kennzeichnung verhindert, dass Eier aus Käfighaltung unbemerkt auf dem Tisch der Konsumenten landen“, so Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums.

Die Einzel-Eikennzeichnung ist seit 1. Jänner 2004 in der ganzen EU verpflichtend. Das Kennzeichnungsgesetz schafft mehr Transparenz in Sachen Herkunft und Haltungsform. Diese Informationen auf der Verpackung und auf dem Ei direkt sind eine wichtige Hilfestellung für den Konsumenten und ermöglichen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Eis. "Bei verarbeiteten Eiern sieht das allerdings anders aus. Es ist nicht nachvollziehbar, woher diese stammen. Dem wollen wir in Zukunft entgegenwirken. In einem ersten Schritt müssen alle registrierten Eiaufschlagwerke ihre Verarbeitungsmengen auch in die Österreichische Eierdatenbank melden. Eiprodukte müssen – ähnlich wie bei Eiern in der Schale – nach Haltungsform gekennzeichnet werden. Lebensmittelproduzenten und Gastronomiebetriebe sollen künftig deklarieren, woher die Eier kommen und ob sie aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung stammen“, stellt Michael Wurzer von der ZAG klar.

„Wir freuen uns sehr, dass wir bei diesem wichtigen Anliegen von der ZAG und dem Ökosozialen Forum so tatkräftig unterstützt werden. VIER PFOTEN fordert seit Jahren, neben Schaleneiern auch die Eier in verarbeiteten Produkten zu kennzeichnen, da sie oft mit Käfigeiern hergestellt werden. Nun werden wir darin bestätigt, dass diese Forderung – entgegen vieler Bedenken – durchaus realisierbar ist. Wir denken, dass die Konsumenten ein Recht haben, die Herkunft der Eier zu erfahren. Als Tierschutzorganisation ist es außerdem unsere Pflicht, auf das Leid der Millionen Käfighühner hinzuweisen, die immer noch für eine billige Produktion ein erbärmliches Dasein fristen müssen“, so Indra Kley, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN.

Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins und Kandidatin der Grünen für das EU-Parlament:

„Es war ein langer Weg über Proteste, Debatten und Dis­ku­ssionen hin zu den heutigen Standards der Legehennen-Haltung in Österreich; die Tierschutzbewegung wird natürlich immer trachten, die Situation der Hühner laufend zu verbessern. Aber derzeit ist es die wichtigste, gemeinsame Aufgabe, drohende Gefahren durch Freihandelsabkommen und Dumping-Importen abzuwenden. Beste Qualität zu guten Preisen, das nützt den Tieren, den KonsumentInnen und den Bäuerinnen und Bauern, die Legehennen halten.“
Madeleine Petrovic