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am 19. April 2012

Working Women

Amrita Enzinger - Obwohl sich die Situation am Arbeitsmarkts in den letzten Jahren entspannt hat, konnten Frauen in einem wesentlich geringeren Ausmaß von der guten Konjunktur profitieren.

Obwohl sich die Situation am Arbeitsmarkts in den letzten Jahren entspannt hat, konnten Frauen in einem wesentlich geringeren Ausmaß von der guten Konjunktur profitieren. Im Juni 2008 lag die Arbeitslosenquote der Frauen mit 5% deutlich höher als jene der Männer (4,6%). Es kam zu einem weiteren kräftigen Anstieg der Teilzeitquote und einer wiedergrößer werdenden Einkommensschere zwischen den Geschlechtern. Die SPÖ/ÖVP Regierung hat durch ihre Politik zu dieser Situation beigetragen. Gefordert ist daher ein arbeitsmarktpolitisches Paket zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation von Frauen. 

Problemaufriss

Frauen konnten in einem wesentlich geringeren Ausmaß von der guten Konjunktur profitieren. Es steigt zwar die Erwerbsquote der Frauen, allerdings ist dies ausschließlich auf einen Zuwachs von Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. So ist die Teilzeitquote innerhalb von 7 Jahren von 33% auf 41% (2007) gestiegen. Umgerechnet auf Vollzeitarbeitsplätze ist die Frauenerwerbstätigkeit in Österreich – im Gegensatz zum Trend in den anderen EU-Ländern - in den letzten Jahren sogar gesunken. Stark gestiegen ist auch die Zahl der geringfügigen Beschäftigungen, die zu 70% von Frauen ausgeübt werden.

Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauenschließt sich nicht, im Gegenteil, sie öffnete sich in den letzten Jahren rasant. Auch unter Berücksichtigung der häufig geringeren Erwerbsarbeitszeiten von Frauen, d.h. berechnet nach dem Bruttostundenlohn, beträgt der Einkommensunterschiedzwischen Frauen und Männern laut Statistik Austria etwa23% (2007), noch im Jahr 2005 lag er laut EU-Gleichstellungsbericht bei 18%.

Die Ursachen für die schlechte Situation der Frauen am Arbeitsmarkt sind – neben der Diskriminierung von Frauen im Arbeitsleben - auch seitens der Regierung „hausgemacht“. So werden Männer und Frauen in der Arbeitsmarktpolitik der Regierung unterschiedlich behandelt: Während Männer überwiegend qualitativ hochwertige AMS-Maßnahmen wie Umschulungen und Gründungsförderungen beanspruchen, erhalten Frauen überwiegend „billige“ und qualitativ nicht unbedingt nachhaltige Förderungen und Kurse (etwa Kinderbetreuungsbeihilfe oder Bewerbungstrainings). Viele der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen werden an die Sozialpartnerschaft delegiert und auf die Vertretung der Interessen der Frauen wird dabei vergessen.

Grüne Position

Die Grünen fordern ein arbeitsmarktpolitisches Paket, um die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Dieses Paket beinhaltet u.a. folgende Maßnahmen:

  • "Aktion 10.000 Frauenjobs": die Übernahme von 2/3 der Jahreslohnkosten bei 10.000 Neuanstellungen pro Jahr in bestimmten Branchen für bestimmte Zielgruppen
  • "Modell Gleichbehandlungsbilanz": Bindung der Wirtschaftsförderung an innerbetriebliche Frauenförderung
  • Besserstellung von Teilzeitarbeit
  • ein Mindestlohngesetz
  • qualifizierte Ausbildungen und Umschulungen von Frauen in zukunftsweisende Berufsfelder
  • gleiche Qualität von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Männer und Frauen
  • Frauenförderung als Kriterium bei der öffentlichen Auftragsvergabe​