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am 12. April

Neue Seidenstraße: Grüner Schulterschluss gegen Logistikzentrum Parndorf

Die Redaktion - Grüne NÖ, Wien und Burgenland: BürgerInnen in der Ostregion haben viele offene Fragen

Zeitgleich mit der Pressekonferenz von LAbg. Rüdiger Maresch (Wien), Landessprecherin und LAbg. Helga Krismer (NÖ) und LAbg. Wolfgang Spitzmüller gab HBP Alexander van der Bellen den Startschuss eines Zuges von China auf der sogenannten neuen Seidenstraße, die jetzt noch in Kosice (Slowakei) endet. Unter Kanzler Alfred Gusenbauer wurde eine Planungsgesellschaft der Verkehrsunternehmungen aus Österreich, Slowakei, Ukraine und Russland gegründet, die seither an einem geeigneten Logistikzentrum vor den Toren Wiens lobbyiert. Laut Aussagen der schwarz-blauen Bundesregierung wird ein 200 ha großes Logistikzentrum in Parndorf entstehen. Das begleitende „Greenwashing“ erfolgt dank Aufnahme in das Klima- und Energieprogramm von BM Köstinger und BM Hofer. Viele Fragen der besorgten BürgerInnen aus den Bezirken Bruck/ Leitha und Neusiedl bleiben unbeantwortet und daher haben sie sich an die Grünen gewandt.

Setzen sich für die Beantwortung der offenen Fragen zur Breitspurbahn ein: v.l.n.r. Rüdiger Maresch, Wolfgang Spitzmüller, Helga Krismer, Roman Kral (Grüne Bruck), Gerhard Mölk (Grüne Bruckneudorf)

GEOPOLITISCHE FRAGEN GÄNZLICH UNGEKLÄRT

Rüdiger Maresch sieht geopolitische Fragen gänzlich ungeklärt: „Primär geht es um die aktuelle Situation und weitere Beziehung der Europäischen Union zu Russland. Ob sämtliche Mitgliedstaaten von diesem Projekt ähnlich begeistert sind, wie Schwarz-Blau ist zu hinterfragen!“ Russland und China planen seit Jahren einen raschen Transportweg, eventuell auch für militärisch schweres Gerät in das Zentrum Europas. Die Breitspur ermöglicht dies, bis vor die Tore Wiens.

Helga Krismer sieht von Parndorf weg die Gefahr des massiven LKW Verkehrs auf der Ostautobahn Richtung Wien: „Die favorisierte Variante mit massiver Umladung von Schiene auf Straße bedeutet eine enorme Steigerung des Güter-LKW Verkehrs insbesondere im Bereich der A4 und A6, aber auch eine vermeintliche Ausbau- und Errichtungsdruck der Marchfeldstraße und des Lobautunnels. Die Güter enden ja nicht in Österreich, sondern sollen u.a. weiter nach Norden transportiert. Die „last mile“ ist dann in der Logistik der LKW mit 1000 km? Warum gibt es keine optimalere direkte Schiene/Schiene Variante? In Zeiten der Klimakataststrophe ist Verkehr primär zu vermeiden und damit ein Widerspruch zum Klima- und Energieprogramm von blau-schwarz“.

UNGEWISSE AUSWIRKUNGEN AUF REGION PARNDORF

Der burgenländische Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller besorgt insbesondere der Standort Parndorf: „200 ha Logistikzentrum bedeutet eine massive Bodenversiegelung in unserer Region, welche Auswirkungen hat so ein Projekt für die beiden Nationalparke Neusiedlersee und Donau-Auen und auf die Tourismusregion, herrscht dort ein 24 Stunden Betrieb? Welche Auswirkungen hat das auf die Bevölkerung, ebenso auf die Vogelwelt, durch Lärm und Licht sowie Feinstaub?“.

Alle Abgeordneten in den Bundesländern werden entsprechende Anfragen in ihren Landtagen einbringen und sehr kritisch dieses Projekt nicht aus den Augen lassen. Ein Verkehrssystem muss vor allem eines sein: intelligent.

Hintergrundinformationen zum Projekt "Neue Seidenstraße"