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am 26. Juli

„Es geht auch anders!“: Helga Krismer und Bundesrat David Stögmüller in der Frauen- und Familienberatungsstelle Hollabrunn

Die Redaktion - Fortschritt durch Ausbau der Förderungen für Familien und Frauen, anstatt Schwarz-Blauer Rückschritt durch Kürzungen

Die Tour durch Österreich hat der aus Oberösterreich stammende Bundesrat der Grünen David Stögmüller schon länger geplant. Und dabei brennt es bei den Familienberatungsstellen jetzt unter den Nägeln. Der Bund kürzt Beratungen für Familien. „In Hollabrunn sind das 60 Familien, die nicht beraten werden können. Die Förderungen vom Bund sind nämlich direkt Förderung für Beratungshonorare gewesen“, erläutert Geschäftsführerin Ursula Hein. Da die Stellen eigentlich mehr Förderungen brauchen, ist das ganze ein Rückschritt für Familien und Frauen. „Es geht auch anders: In diesem Bereich darf nicht gekürzt werden. Schwarz-Blau hat stets betont, dass ihnen Familien wichtig sind und jetzt werden sie vor die Tür gestellt. Ich sehe die Beratungen als wichtige Investition.“

Unsere Klubobfrau Helga Krismer betont: „Rund 80 Beratungsstellen sind in Niederösterreich betroffen. Die schwarz-blau-rote Landesregierung und vor allem Johanna Mikl-Leitner haben Familie als Schwerpunkt im Regierungsprogramm, daher ist jammern zu wenig. Ich verlange, dass das Land die unterjährigen Kürzungen kompensiert und auf schwarz-blau im Bund einwirkt, derartige soziale Rückschritte zu unterlassen."


Die Frauen- und Familienberatungsstelle ist seit mehr als 30 Jahren in den Bezirken Hollabrunn, Mistelbach und Korneuburg ein fixer Stützpunkt in Sachen Frauen. Viele Projekte werden mit dem AMS finanziert. Die Zusammenarbeit mit dem AMS wird sehr gelobt von Michaela Pucher-Schwartz. Psychotherapie auf Krankenschein für 5.000 Einheiten rundet das Angebot ab und ermöglicht spezifische Beratung und Hilfe. Es werden auch 7 Notwohnplätze mit gemanagt. Die Welt der Frauen hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum geändert. Die Kürzung bei der Kinderbetreuung in Kombination mit dem 12- Stunden-Tag macht die Arbeitswelt für Frauen noch prekärer. Es gibt nach wie vor zu wenig Kleinkinderbetreuungsplätze und auch Kindergärten, die nach 17 Uhr geöffnet haben, sind rar. Frauen haben noch immer die Betreuungslast der Familie, Kinder und oft auch Großeltern, zu tragen. „Ich habe heute in der Praxis wieder gehört, wie wichtig gut ausgebauter öffentlicher Verkehr in Niederösterreich ist. Dieser vergrößert den Aktionsradius für Frauen, vor allem bei der Jobsuche. So werde ich nicht müde mehr Öffi-Angebot zu fordern und ein 365 Euro Ticket. Es kann nicht sein, dass eine Klientin aus Ravelsbach keine Verbindung von Hollabrunn mehr Heim hat und dass die Strecke Hollabrunn-Stockerau nur eingleisig ist“, so Helga Krismer.

David Stögmüller sieht vor allem Frauen in den Sozialberufen von Kindergärten über Einrichtungen wie dieser Potential, endlich die Leistung gebührend abzugelten. „Frauen verdienen auch in Sozialberufen gerade den Kollektivvertrag. Dabei sind das für die Gesellschaft immens wichtige Leistungen. Für mich geht es auch anders: Zum einen braucht es eine Aufwertung der Sozialberufe und zum anderen soziale Absicherung von Frauen, um wirklich selbstbestimmt leben zu können. Ich werde als junger Mann wie Generationen davor auch nicht müde, für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit zu kämpfen“, so David Stögmüller.

Foto vlnr: Sylvia Möstl, David Stögmüller, Michaela Pucher-Schwartz, Ursula Hein und Helga Krismer

Überblick über die Tour bisher:

Auftakt in Lienz „Schindler und Holz“

„Obwohl der Konjunkturaufschwung allen Zielgruppen zugutekommt, sind ältere Personen benachteiligt. Während die Arbeitslosigkeit bei 15-49 Jährigen um 30,83% zurückgeht, bleiben die Erfolge bei 50+ Jährigen, mit einem Rückgang von 11,7%, und schwer vermittelbare Personen, sogar mit einem Anstieg von 7,11%, auf einem sehr hohem Niveau. Wenn schon die Streichung von der Aktion 20.000 feststeht, braucht es hier definitiv ein Programm, das diesen Gruppen unter die Arme greift. Denn Investitionen in die Menschen, sind Investitionen in die Zukunft und fördert die soziale Sicherheit aller,“ so Stögmüller nach seinem Besuch Vorort.

Schindler und Holz wurde gegründet, um Langzeitarbeitslosen mithilfe von befristeten Arbeitsverträgen sowie Weiterbildung einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Nicht nur die Arbeitnehmer_innen profitieren in dem sie einen Job und damit ein soziales Umfeld geboten bekommen, sondern auch der Staat wird entlasset. Jeder Mensch, der wieder einer Arbeit nachgeht, führt zu einer durchschnittlichen Kostenersparnis von 17.400 Euro (Stand 2016 inkl. Sozialversicherung) für das AMS. Die Gesamtkosten eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem Bruttoeinkommen von 1.600 Euro im Monat liegen bei 29.000 Euro im Jahr. Die Differenz von 11.600 Euro sind aber genaugenommen gar keine echten zusätzlichen Kosten, denn aus dem Beschäftigungsverhältnis werden pro Jahr knapp 9.700 Euro an Versicherungsbeiträgen und Abgaben sowie knapp 1.000 Euro an Lohnsteuer abgeführt. Die eingesparten Leistungen des AMS von durchschnittlich 17.400 Euro pro Person und die zusätzlichen Einnahmen aus Steuern und Beiträge von zusammen 10.700,- Euro pro Person allein machen die Aktion 20.000 fast zu einem ökonomischen Nullsummenspiel mit hohem gesellschaftlichem Mehrwert für die Betroffenen.

Die wichtigste Erkenntnis Vorort war, dass es mehr benötigt als Wiedereinstiegsprojekte. Viele Menschen finden selbst nach ihrem befristeten Anstellungsverhältnis keinen stabilen Arbeitsplatz. Dafür benötigt es auch Anreize, um ältere bzw. schwer Vermittelbare Personen eine langfristige Perspektive zu bieten,“ appelliert David Stögmüller an die zuständigen Ministerien.

„Menschen eine Möglichkeit zu bieten, den Anschluss im Berufsalltag zu finden; Ihnen wieder ein soziales Umfeld zu bieten oder einfach die Tatsache Ihnen etwas zu tun zu geben, ist meiner Meinung nach ein absolut unterstützenswertes Projekt. Die Tatsache, dass dem Staat dadurch kaum bis keine Mehrkosten entstehen, zeigt, dass es auch anders geht“, bezieht Bundesrat Stögmüller nach dem Besuch Stellung. „Mit diesem Geld wäre eine Weiterfinanzierung der Aktion 20000 und anderer sozialökonomischer Förderungen gesichert, welche zu mehr Beschäftigung, Arbeitsplätzen und somit zu sozialer Sicherheit führt“, unterstreicht Stögmüller die Wichtigkeit dieser Projekte.

Auch die Grünen Tirol, initiiert von Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid, haben bereits auf schwierige Situation reagiert und einen Antrag im Grünen Landtag für den Erhalt der Förderungen bei sozialökonomischen Betrieben und anderer Sozialvereinen eingebracht. „Auch für mich ein notwendiger Antrag, denn für mich ist klar: Investitionen in den Menschen, sind Investitionen in die Zukunft.“ unterstreicht Stögmüller die Forderung.  

Salzburg „Arbeit hat Zukunft“

Arbeit hat Zukunft bietet Menschen über 40 oder sich beruflich umorientieren müssen, Weiterbildung und Trainings zu Bewerbungen etc. an, um ihnen einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Menschen über 50 sind 40% länger arbeitslos als unter 50-Jährige. Zudem ist die Zahl der Menschen über 50 ohne Arbeit hoch und steigt weiter an (2016 44.000 Menschen auf 2017 46.000 Menschen). 

Aber es geht auch anders: Jeder Mensch, der wieder einer Arbeit nachgeht, führt zu einer durchschnittlichen Kostenersparnis von 17.400 Euro (Stand 2016 inkl. Sozialversicherung) für das AMS. Mit den durch diese Lohnarbeit gezahlten Steuern und Beträgen stünden 10.700 Euro mehr zu Verfügung, wodurch die Finanzierung/ Förderung von sozialökonomischen Betrieben und anderen Sozialvereinen gesichert wäre. Dies würde zu mehr Beschäftigung und somit zu sozialer Sicherheit führen. Deshalb fordert Stögmüller, dass es eine Weiterfinanzierung der Aktion 20.000 geben muss und keine Kürzungen der Förderungen in diesem Bereich, denn Investitionen in den Menschen, sind Investitionen in die Zukunft.

Graz Caritas: Leistbares Wohnen

Die Diözese Graz-Seckau und die Caritas Steiermark stellen bis 2018 insgesamt rund 100 Wohnungen in Graz zu leistbaren Konditionen zur Verfügung. (Für Menschen mit dringendem Wohnbedarf. provisionsfrei, Kaution zwei Bruttomonatsmieten, Nettomiete 6 Euro pro m² exkl. Betriebskosten, Heiz- und Stromkosten. Die Gesamtmiete inkl. Verbrauchskosten und WLAN je nach Wohnungsgröße zw. 250 und 700 Euro. Die Mieten in Österreich steigen stetig, von Mai 2017 auf Mai 2018 um 3,8 %.

Leistbarer Wohnraum wird immer knapper, zwischen 1993 und 2015 ist der durchschnittliche Anteil der Wohnkosten an den Haushaltseinkommen um fast 30% gestiegen. Hinzu kommt, dass es bei dem Anteil der Wohnkosten an den Haushaltseinkommen eine große Kluft zwischen Haushalten mit niedrigsten Einkommen (33,6%) und dem obersten Einkommenszehntel (21,7%) gibt. 14% der Mindestsicherungsbezieher_innen wenden über 40% ihres Haushaltseinkommens für Miete auf.

Aber es geht auch anders: Stögmüller fordert die Einführung echter und überprüfbarer Mietzinsobergrenzen sowie eine Beschränkung befristeter Mietverträge. Gleichzeitig muss eine Wohnbauoffensive gestartet werden, denn Investitionen in leistbaren Wohnraum für alle sind Investitionen in die Zukunft.  

Lienz s’Gewandtl

Für arbeitslose Frauen, 13 auf ein Jahr befristete Arbeitsplätze in den Bereichen Handel, Schneiderei und Altkleidersammlung, Beschäftigung und Qualifizierung für Perspektiven und Chancen am Arbeitsmarkt

2017 waren in Tirol 9.618 Frauen arbeitslos, österreichweit 147.150 Frauen. Jeder Mensch, der wieder einer Arbeit nachgeht, führt zu einer durchschnittlichen Kostenersparnis von 17.400 Euro (Stand 2016 inkl. Sozialversicherung) für das AMS. Mit den durch diese Lohnarbeit gezahlten Steuern und Beträgen stünden 10700 Euro mehr zu Verfügung.

Deshalb geht es auch anders: Mit diesem Geld wäre eine Weiterfinanzierung der Aktion 20.000 und anderer sozialökonomischer Förderungen gesichert, welche zu mehr Beschäftigung, Arbeitsplätzen und somit zu sozialer Sicherheit führen.

Deshalb fordert Stögmüller die Weiterfinanzierung der Aktion 20.000 und schließt sich den Forderungen der Tiroler Grünen an: Es darf keine Kürzungen der Förderungen bei sozialökonomischen Betrieben und anderen Sozialvereinen geben, denn Investitionen in den Menschen, sind Investitionen in die Zukunft.